Krautstil

Unsere Vorfahren verspeisten Krautstiel ( auch Mangold genannt ) bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gern und oft – doch dann verdrängte der Spinat das feine und würzige Gemüse. Zum Glück für Gaumen und Gesundheit ist Mangold langsam aber sicher wieder im Kommen! Denn der botanisch zu den Gänsefuß-Gewächsen zählende Krautstiel erinnert zwar äußerlich ganz entfernt an Spinat, er schmeckt auch ähnlich – nur weitaus aromatischer und würziger. stärkt die Abwehrkräfte: Schon mit einer relativ kleinen Portion Krautstiel (200 g) lässt sich der durch-schnittliche Tagesbedarf an Vitamin C zu rund 80 % decken. Wer dazu noch ein Glas Orangensaft trinkt, hat sein Soll mehr als erfüllt! macht die Knochen stark: Krautstiel gehört zu den wenigen Gemüsesorten, die es in Sachen Kalziumgeh-alt sogar mit vielen Milchprodukten aufnehmen können: Etwa 105 mg des für gute Zähne und feste Knochen wichtigen Mineralstoffs stecken in 100 g Mangold. trägt zur Eiweißbilanz bei: Sicher, es gibt deutlich potentere Protein-Lieferanten - aber mit rund 2,2 g Ei-weiß steuert eine 200-g-Portion Krautstiel trotzdem eine Portion zur täglichen Bilanz bei. Ein Plus-punkt für Veggies, die leichter unterversorgt sind als Fleischesser.

Geschmack

Geschmacklich erinnern die Blätter von Krautstiel etwas an Spinat, sie schmecken aber etwas intensiver und herber. Krautstiele haben ein eher mildes, „gemüsiges“ Aroma.

Herkunft,Lagerung

Krautstiel wuchs schon im Altertum wild in den Küstengebieten rund ums Mittelmeer. Seit einigen Jahrhunderten baut man das Gemüse aber auch in Kultur an, und das nicht mehr nur in seiner Heimat Südeuropa: Inzwischen wächst Krautstiel unter anderem auch. Ob mit weißem oder mit rotem Stiel, ob Stiel- oder Blatt- bzw. Schnittmangold: Schnippeln Sie Krautstiel immer möglichst frisch vom Markt in Topf oder Pfanne! Länger als 1-2 Tage sollten Sie das Gemüse nicht im Gemüsefach des Kühlschranks aufbewahren, sonst wird es schlapp und verliert rasant an nützlichen Nährstoffen.

Nährstoffe

Mindestens genauso gut wie sein kulinarisches Image ist auch sein Ruf als wirksame Naturheilpflanze: Krautstiel galt bereits vor Jahrhunderten als besonders günstig bei Nervosität und Unruhe; auch gegen Darmträgheit setzte man ihn gerne und offenbar erfolgreich ein. Neben einem hohen Gehalt an Mineralstoffen (vor allem Eisen, Phosphor, Kalium und Magnesium) glänzt Krautstiel besonders mit reichlich Vitamin A und immerhin 38 mg Vitamin C pro 100 g. Menschen, die Oxalsäure nicht gut vertragen, essen Mangoldblätter besser nur gelegentlich. Darin steckt zwar weniger Oxalsäure als in Spinat, vor allem sehr große Blätter können es aber doch auf beachtliche Mengen bringen und bei entsprechender Empfindlichkeit Beschwerden machen.

Nährwerte von Krautstil pro 100 Gramm:

Kalorien                                                                  14

Eiweiß                                                                    2,1 g

Fett                                                                        0,3 g

Kohlenhydrate                                                       0,7 g

Ballaststoffe                                                            2  g

Einkauf

 

Beste Qualität und optimale Frische erkennen Sie bei Krautstiel auf den ersten Blick: Stiele und Blätter müssen saftig und frisch wirken, die Blätter sollten kräftig grün sein und keine gelben oder braunen Stellen haben.

Verwendung in der Küche und Zubereitung

Vorbereitung

Blätter und Stängel bereiten Sie am besten getrennt vor und zu: Die Stängel brauchen eine etwas längere Garzeit. Die Vorbereitung selbst ist relativ schnell erledigt: Blätter vom Stiel schneiden und gründlich waschen (in den unteren Blattrippen steckt häufig viel Sand und Erde). Dann die Stiele ebenfalls waschen, harte Fäden sowie eventuelle braune Stellen entfernen und die Stiele kleinschneiden. Die Blätter können Sie je nach Rezept ganz lassen oder in Streifen schneiden; sie kommen erst 3-4 Minuten vor Garzeitende zu den Stielen in Topf oder Pfanne.

 

Zubereitung Krautstiel

Die einfachste und dabei sehr leckere Art, Krautstiel zuzubereiten, ist das Dünsten: Die Stiele in etwas Butter oder Rapsöl kurz andünsten, dann bei kleiner bis mittlerer Hitze 4-5 Minuten sanft garen. Blätter zugeben, kurz mit dünsten und evtl. etwas Kochsahne unterrühren. Alles einmal aufkochen; mit Salz, Pfeffer und frisch geriebenem Muskat abschmecken – fertig ist eine köstliche Beilage zu Fleisch, Fisch, Geflügel, Eiergerichten oder gekochtem Getreide! Im Übrigen können Sie Krautstiel generell wie Blattspinat verwenden. Die Blätter schmecken zum Beispiel pur oder mit Parmesankäse, gehackten Pinienkernen oder auf orientalische Art mit Rosinen aufgepeppt toll als Beilage zu Fisch, Fleisch und Geflügel oder Eiern. Außerdem eignen sich die großen, festen Blätter von Schnitt- bzw. Blattmangold ideal zum Füllen. Probieren Sie doch mal eine leichte Variante der Kohlroulade daraus: Krautstielblätter mit einer Masse aus Geflügelhack, Ei, Paniermehl, Kräutern und Gewürzen füllen und in Tomatensauce etwa 20 Minuten schmoren. Die zarten Stiele von Blattmangold Sorte bereiten Kenner übrigens auch gerne wie Spargel zu: Einfach nach dem Putzen bissfest dünsten und mit oder einer leichten Sauce zu kleinen, jungen Pellkartoffeln und Schinken reichen. Roter Krautstiel macht sich roh besonders dekorativ in Salaten, lässt sich aber auch auf mediterrane Art lecker zubereiten: Das Gemüse wie oben beschrieben vorbereiten, dann jedoch in gutem Olivenöl dünsten und statt der Sahne zum Schluss einen Schuss guten Balsamico dazu geben. Eventuell mit angerösteten Pinienkernen bestreuen; auch frisch geriebener Parmesan oder Pecorino passen hervorragend. So herausgeputzt, ist das Sommergemüse mit ofenfrischem Ciabatta eine schnelle und köstliche Vorspeise!