Chicorée

Wenn es um Chicorée geht, scheiden sich die Geister: Den einen ist das Gemüse zu bitter, die anderen lieben es gerade für seinen herben Geschmack. In jedem Fall lohnt es sich,dem hellen Gemüse eine Chance zu geben, denn es ist reich an Vitaminen sowie Mineralstoffen und hat wenige Kalorien. Chicorée wird im Winter geerntet und gehört somit zu den frischen Gemüseköstlichkeiten für die kalte Zeit.

Ursprünglich waren es übrigens nicht die Blätter des Chicorées, denen man eine heilsame Wirkung zuschrieb, sondern die Wurzeln. Die sogenannten Zichorienwurzeln gelten als: Schweisstreibend, appetitanregend, abführend, hilfreich bei Magen-Darm-Beschwerden, heilungsfördernd bei Erkrankungen von Galle, Milz und Leber.
Die Wurzel wird auch als kaffeeähnliches Getränk zu Zichorienkaffee verarbeitet. Die Chicoréewurzel kann auch für die Herstellung von Kunststoff genutzt werden.

Anbau

Die Wurzeln werden im Herbst wie Karotten in Treibhäusern in Sand eingemietet und abgedeckt. Aus den Achseln der vorher gekürzten Blätter und aus der Terminalknospe treiben dann während des Winters 15 bis 20 Zentimeter lange und bis 5 Zentimeter dicke zugespitzte feste Knospen aus. Diese sind infolge der Abdeckung bleich und zart. Dieses Verfahren kommt heute allenfalls noch für den Hausgebrauch in Betracht.

Formen und Typen

Chicorée gehören zur Varietät der Art Gemeine Wegwarte. Sie gehören zur Familie der Korbblütler.
Chicorée bildet eine Rübe (15 cm lang, 3 bis 5 cm dick) und eine dem Boden aufliegende Blattrosette.
Chicorée wird in völliger Dunkelheit gezüchtet, daher kommt die weisslich-blasse Färbung.

Geschichte

Die Geschichte der Chicorée-Blätter beginnt recht spät, vermutlich in Belgien im 19. Jahrhundert. Bedingt
durch eine unerwartet reiche Ernte sollen Bauern Chicorée-Wurzeln im dunklen Gewächshaus gelagert
haben. Nach einer Weile fanden sie die hellen Knospen des Chicorées. Seitdem ist das Gemüse in Belgien
besonders beliebt: Belgier verzehren im Durchschnitt neun Kilogramm Chicorée pro Jahr.

Nährstoffe

Der Chicorée gehört zu der Familie der Korbblütler. Viele der Pflanzenarten dieser Familie sind für ihre heilenden und geschmacklichen Qualitäten bekannt, so zum
Beispiel die Arnika und die Artischocke.
Chicorée-Blätter sind reich an wertvollen Nährstoffen, wie beispielsweise:

 


Vitamin B1
Vitamin B2
Vitamin C
Carotin
Phosphor
Kalium
Kalzium


Seinen bitteren Geschmack verdankt der Chicorée mitunter dem Lactucopikrin (früher Intybin genannt). Dieser Bitterstoff hat eine unterstützende Wirkung auf die Verdauung: Er regt die Gallenblase und die Bauchspeicheldrüse an. Beide Drüsen sind für die Produktion wichtiger Hormone und Enzyme zuständig, die
es erst möglich machen, Stoffe aus der Nahrung aufzunehmen.
Bitterstoffe sollen außerdem blutzuckersenkend und schmerzstillend wirken.
Zudem ist der Chicorée reich an Ballaststoffen und dem Zucker Inulin. Diese Substanzen spielen eine Rolle bei der Vorbeugung von Darmerkrankungen, so zum Beispiel von Darmkrebs. Dank des Inulins kann Chicorée in kleinen Mengen beispielsweise auch Blähungen lindern. Aber Vorsicht: In zu großen Dosen kann Inulin die Tätigkeit des Darms stärker als gewünscht anregen und
so selbst wiederum blähend wirken.
Außerdem wirken die hellen Blätter harntreibend und spielen eine Rolle bei der Regulation des Säure-Base-Haushalts. Diese Eigenschaften machen den Chicorée besonders für Rheumatiker geeignet.

Verwendung in der Küche und Zubereitung

Chicorée kann man roh essen, ebenso lässt sich das Gemüse kochen, braten oder dünsten.


Wenn Sie den bitteren Geschmack des Chicorées nicht mögen, können Sie den Strunk keilförmig ausschneiden,
da sich dort die meisten Bitterstoffe befinden.


Falls auch die Blätter zu bitter sind, legen Sie diese für wenige Minuten in lauwarmes Salzwasser oder in Milch. So wird der bittere Geschmack gemildert, die gesunde Wirkung der Bitterstoffe kann jedoch verloren gehen.


Damit sich der Bittergeschmack nicht verstärkt, sollte der Chicorée dunkel und kühl aufbewahrt werden.


Lagert man Chicorée mit einem feuchten Küchentuch umwickelt im Kühlschrank, hält er sich etwa eine Woche.


Ein wenig Zitronensaft beim Dünsten der Blätter dazugeben, so bleiben sie hellgrün!


Wussten Sie, dass man mit Chicorée herausfinden kann, ob eine Pfanne Eisen enthält? Chicorée wird nämlich schwarz, wenn er in eisenbeschichteten Pfannen gebraten wird. Die Chicorée-Saison reicht etwa von Oktober bis April.


Roter Chicorée, eine Kreuzung aus rotem Radicchio und weißem Chicorée, schmeckt milder, ist jedoch deutlich seltener zu finden als weißer Chicorée. Da er beim Kochen seine Farbe verliert, sollte man ihn besser roh essen.


Besonders gut schmecken die weißen Blätter frisch und mit ein wenig Fruchtsaft oder Honig im Dressing. So wird der Bittergeschmack ganz natürlich gemildert und die gesunden Stoffe bleiben erhalten. Beliebte Klassiker sind deshalb auch Chicorée-Orangen-Salat oder Chicorée-Salat mit Mandarinen.


Aber Chicorée eignet sich nicht nur zum Zubereiten frischer Salate, sondern kann auch als Fingerfood-Schiffchen gefüllt werden oder gebraten in leckeren Gemüsepfannen zum Einsatz kommen. Auch für einen Auflauf lässt sich das Gemüse hervorragend verwenden – umwickeln Sie einfach etwas Chicorée mit Schinken und überbacken Sie ihn mit Käse.