Bodenkohlrabi

Die Steckrübe, auch Bodenkohlrabi genannt ist eine Unterart des Rapses. Sie ist zu unterscheiden
von der Speiserübe und gilt als typisches Wintergemüse.
Die Steckrübe wird auch Kohlrübe, Butterrübe, Erdkohlrabi, Unterkohlrabi, Bodenkohlrabi, Runke,
Runkelrübe und in Norddeutschland gelegentlich noch Wruke genannt. In Österreich heißt die
Steckrübe auch Dotsche, in Altbayern Dodschn und im Schweizerdeutschen Knutsche.

Bodenkohlrabi wirkt leicht anti-bakteriell, helfen dem Herzen, liefern Vitamin C, enthalten Vitamin A,
beruhigen den Bauch, tun dem Magen gut und sind Schlankmacher.
Geschmacklich erinnert das gelbe Fleisch der leicht süßlichen Steckrüben an Pastinaken und Möhren.

Herkunft

Die Steckrüben erreichten Deutschland im 17. Jahrhundert aus Skandinavien, daher auch dieBezeichnung „Schwedische Rübe“. Der tatsächliche Ursprung der Steckrübe ist jedoch ungeklärt.
Heute wird sie weltweit in allen gemäßigten Klimazonen angebaut. Erntesaison in Europa ist
September bis Mai.

Formen und Typen

Steckrüben haben eine annähernd runde Form, eine grüne bis gelbliche, manche Sorten auch rötliche, derbe Schale und weißliches bis gelbes Fleisch mit einem herbsüßen, an Kohl erinnernden Geschmack.

Geschichte

Die Kohlrübe war bei Fontane Gegenstand kulinarischer und sozialer Betrachtungen. In Notzeiten waren
Steckrüben mehrfach die letzte Nahrungsreserve für einen Großteil der Bevölkerung. In die Geschichte
eingegangen ist der sogenannte deutsche Steckrübenwinter während des Ersten Weltkriegs 1916/17
(„Früh Kohlrübensuppe, mittags Koteletts von Kohlrüben, abends Kuchen von Kohlrüben.“). Da die
Kartoffelernte im Herbst 1916 eine Missernte war, wurden Steckrüben als Ersatz herangezogen. Sie waren
vorher hauptsächlich als Schweinefutter angebaut worden. Da praktisch alle Lebensmittel in Deutschland
knapp waren, dienten Steckrüben als Basis für die verschiedensten Gerichte, 1917 erschienen eigens
Steckrüben-Kochbücher. So gab es Rezepte für Steckrüben-Marmelade, Aufläufe, Suppen, Sauerkraut-
Ersatz aus Steckrüben und sogar Steckrüben-Kaffee.

Nährstoffe

Steckrüben enthalten Traubenzucker, Eiweiß, Fett, schwefelhaltige
ätherische Öle, Mineralstoffe, Carotin, Provitamin A und die Vitamine B1, B2, C sowie Nicotinsäureamid. Durch ihren hohen Wassergehalt sind sie sehr kalorienarm.

 

Enthalten Vitamin A:

Auch wenn es keine bemerkenswert großen Mengen sind:
In Steckrüben können bis zu etwa 7 Prozent der täglich benötigten Dosis Vitamin A stecken. Dabei gilt: Je rötlicher die Steckrübe, desto höher der Gehalt an diesem Vitamin, das für gesunde Haut und Schleimhäute sorgt.

 

Beruhigen den Bauch:

Die schwefelhaltigen ätherischen Öle in Steckrüben tun
ebenfalls dem Magen gut, wirken aber auch entspannend und beruhigend auf einen gereizten Darm.

 

Tun dem Magen gut:

Wer einen empfindlichen Magen hat, sollte ruhig öfter
Steckrüben essen: Sie sind reich an Stärke und darum besonders leicht verdaulich.

 

Sind Schlankmacher:

Ihr leicht süßlicher Geschmack täuscht – mit knapp 5
Gramm pro 100 Gramm enthalten Steckrüben nur relativ wenig Zucker. Da sie außerdem besonders kalorienarm sind, eignen sich Steckrüben perfekt für alle, die Gewicht verlieren oder halten wollen.

 

Wirken leicht antibakteriell:

Die in Steckrüben enthaltenen ätherischen Öle
sorgen auch für einen gewissen Schutz vor Bakterien in Magen und Darm.

 

Helfen dem Herzen:

Steckrüben sind auch für Menschen mit hohem Blutdruck
eine gute Wahl: Das Gemüse trägt mit knapp 230 Milligramm Kalium pro 100 Gramm dazu bei, Herz und Kreislauf auf natürliche Weise zu
entlasten.

 

Liefern Vitamin C:

Dass Steckrüben gerade im Winter Saison haben, ist von der
Natur gut eingerichtet: Sie versorgen uns nämlich in der eher obstarmen Zeit mit einer relativ hohen Menge Vitamin C. Eine 200-Gramm-Portion 
Steckrüben enthält bereits rund 66 Prozent unseres täglichen Bedarfs!
 

CO2-Bilanz gut:

Mit einem Emissionswert von unter 130 Gramm pro 100 Gramm,
ist die CO2-Bilanz von Steckrüben gut. Die CO2-Werte basieren auf den Berechnungen des IFEU-Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg und wurden für jedes Lebensmittel jeweils einzeln als „durchschnittliches Lebensmittel“ bilanziert, wie diese in Deutschland verkauft werden. Sie berücksichtigen den Produktionsort, die Produktionsmethode, alle damit verbunden Transporte, die Verarbeitung, die Verpackung und die Lagerung anteilig. Die Emissionen aller Treibhausgase wie z. B. Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O) wurden berücksichtigt und in CO2-Äquivalente umgerechnet. Vereinfacht wird allerdings nur von CO2 gesprochen.

Verwendung in der Küche und Zubereitung

Zur Zubereitung werden Steckrüben in der Regel geschält, in dicke Stifte oder Würfel oder Raspel geschnitten,
mit Fett und Flüssigkeit gedünstet und nach Rezept weiterverarbeitet (sie sind aber auch roh genießbar, z. B.
geraspelt als Salat). „Sie haben die Eigenschaft, fast jeden Geschmack anzunehmen. Kocht man sie mit
Sellerie, Kohlrabi oder Möhren, so entsteht jeweils das betreffende Gemüse. Macht man sie mit Gurken ein,
schmecken sie wie diese. Kocht man sie mit Äpfeln, so bekommt man mit wenigen Äpfeln viel Apfelmus.