Artischocke

Die Artischocke ist eine distelartige, kräftige Kulturpflanze aus der Familie der Korbblütler. Die Sortengruppe der Artischocken wird wegen ihrer essbaren knospigen Blütenstände angebaut und als Blütengemüse verzehrt.

Sie ist eine Ausdauernde Pflanze: Nachdem sich im Herbst des ersten Vegetationsjahres eine grundständige Blattrosette gebildet hat, werden etwa fünf Jahre lang 0,5 bis zu 2 Meter hohe Stängel mit Blütenständen gebildet. Die zwei- bis dreifach fiederschnittigen, dornigen Laubblätter sind bis zu 80 cm lang und 40 cm breit; die Unterseite ist graufilzig behaart.

Die körbchenförmigen Blütenstände sind der Teil der Pflanze, der geerntet wird. Im Vergleich zu wild wachsenden Formen sind die Blütenstände größer.

Der Artischocke wird eine appetitanregende, verdauungsfördernde und cholesterinsenkende Wirkung
zugeschrieben. Vor allem Frischpflanzenextrakte aus Artischockenblättern werden erfolgreich in der
Therapie der Dyspepsie und Hypercholesterinämie eingesetzt.
Nebenwirkungen
Menschen mit Reizdarm, die diätetisch behandelt werden, sollten Artischocken zumindest zu Beginn
meiden. Artischocken enthalten fermentierbare, schlecht resorbierbare Kohlenhydrate (sog. Fructane),
die Blähungen verursachen können.

Herkunft

Die frostempfindliche Artischocke stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum; vom östlichen Mittelmeer
(Kilikien) über Persien bis nach Nordafrika, westlich bis Spanien und ebenso auf den Kanarischen Inseln.
Bis zur französischen Revolution war die Artischocke in den Gärten des französischen Landadels ein
Zeichen von Reichtum und vornehmer Lebensart. Hauptanbaugebiete sind heute Italien, Ägypten,
Spanien, Peru, Algerien und Argentinien.
Die Pflanze benötigt im Garten etwa 1 m² Fläche und bevorzugt sonnige, warme Orte. Geerntet werden die
faustgroßen Blütenköpfe, wenn sie noch geschlossen sind und die äußeren Schuppen leicht abstehen.
Verpasst man diesen Zeitpunkt, zeigt sich eine große violette Blüte.

Nährstoffe

Aufgrund unterschiedlicher Wirkmechanismen, soll tatsächlich durch den Verzehr von Artischocken eine Senkung des Gesamtcholesterins um bis zu 12 Prozent möglich sein. Insofern kommt der Artischocke eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung gegen Arteriosklerose zu.
Der enthaltene Bitterstoff Cynarin regt den Stoffwechsel der Leber an. Außer als Gargemüse werden ihre Blätter in Säften, Tees, Trockenextrakten und Tinkturen verwendet. Die Bildung des protektiven Radikalfängers Stickstoffmonoxid wird signifikant erhöht.
Dadurch können auch Zucker- und Fettstoffwechsel verbessert
werden. Frischpflanzenextrakte aus Artischocke entfalten im
menschlichen Organismus eine stoffwechselstimulierende Wirkung, die mit einer antioxidativen Protektion durch vermehrte Bildung des endogenen Radikalfängers Stickstoffmonoxid verbunden ist.
Stickstoffmonoxid stimuliert die Aktivität und Bildung von
Mitochondrien. Dies führt zu einer Verbesserung der
Allgemeingesundheit, der Lebensqualität und des Wohlbefindens durch signifikant erhöhte Stoffwechseleffizienz.

Verwendung in der Küche und Zubereitung

Bei großen Artischocken sind die unteren fleischigen Teile der
Hüllblätter und die Blütenböden (eigentlich Korbböden; das
Artischockenherz) essbar. Die unter den Blättern liegenden Härchen, das so genannte „Heu“ (nicht geöffnete Blüten), sind nicht zum Verzehr geeignet. Kleinere Artischockensorten, die überdies früh geerntet werden können im Ganzen verzehrt werden die ganzen Blütenköpfe werden gebraten, gekocht oder frittiert. Der feine Geschmack der ungewürzten gekochten Artischocke ähnelt dem des Eiweißes eines Spiegeleis. Artischocken werden 20 bis 45 Minuten in Salzwasser mit etwas Zitronensaft gekocht. Die Blätter werden dann abgezupft und der untere Teil mit den Zähnen abgezogen. In der Regel wird dazu eine Vinaigrette gereicht. Artischockenböden werden auch eingelegt und sind unter anderem ein verbreiteter Pizzabelag. Artischockenherzen sind als besondere kulinarische Delikatesse bekannt. Artischockenherzen werden frisch gekocht wie auch in Dosen oder eingelegt angeboten. In Öl mit Kräutern eingelegt gelten sie als beliebte Komponente mediterraner
Antipastiplatten.